zyklus für flöte und cembalo
teilweise auch
für orgel & violine
für flöte, klarinette und viola / violoncello / akkordeon
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NEU:
(… spiegelung von brücke im wasser bzw. eis, mit von sonne glänzenden hellen flecken, ein mensch auf der brücke …)
überunhörbar [III.1]: zeitweilig
fassung für violine und orgel und mit wasser gefüllte gestimmte gläser (2026)
zukunftsmusik IV
Uraufführung:
Konzert SONNENGESANG in der Reihe OrgelPlus
Fr 05. Juni 2026
um 19:30 Uhr
Emmauskirche Dresden-Kaditz
Gundula Scheidig, Violine
Friedemann Stolte, Orgel
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Das Stück »überunhörbar: zeitweilig« kreist um Zeitstrukturen jenseits des Messbaren. Zum einen um eine Permanenz, die aus kleinen, sich wiederholenden Einheiten besteht, deren jeweilige Eigenzeiten Anfang und Ende haben.
Außerdem entstehen aus sich wiederholenden Elementen auch andere Vorgänge, Phasen, Überlagerungen und allmähliche Verschiebungen.
Für vier Menschen aus dem Publikum – als symbolischer Teil für alle – besteht die Möglichkeit, ja die unerläßliche Bitte, auf vier gestimmten Gläsern eine solche Permanenz als Klang zu erzeugen. Denn die Musiker:innen können das nicht selbst tun, sie haben ihren eigenen Stoff. Und doch sind wir auf solche permanenten Vorgänge angewiesen, die wir oft als selbstverständlich gar nicht mehr bemerken.
Dazu entfaltet sich auf der Ebene von Violine und Orgel ein sensibles Geflecht aus anderen Elementen, die sich sowohl auf die Ebene der Gläser als auch aufeinander beziehen, deren Zeitstrukturen aber von anderen Faktoren bestimmt sind, z.B. von der Bewegung der jeweiligen Dinge oder Körper, ohne die die Zeit nicht existiert.
So erfolgt ihr Zusammenspiel scheinbar zufällig.
Darum kreist diese Musik. In ihrem kurzen und einfachen Spiel spiegelt sich die Komplexität unserer Abhängigkeiten in zeitlich-musikalischen Strukturen. Eine Bewußtheit dieser gegenseitigen Abhängigkeiten wird für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung wichtig sein, ein Bewußtsein unseres eigenen Eingebundenseins in solche Zeitstrukturen.
Deshalb gehört auch diese Musik zur Reihe »zukunftsmusik«.
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(… foto eines baumschnitts mit jahresringen und sternartiger maserung …)
überunhörbar [I.3]: jahresringe
fassung für violine und orgel (2025)
zukunftsmusik II
Uraufführung:
Konzert SONNENGESANG in der Reihe OrgelPlus
Fr 05. Juni 2026
um 19:30 Uhr
Emmauskirche Dresden-Kaditz
Gundula Scheidig, Violine
Friedemann Stolte, Orgel
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Die zyklische Struktur der kreisenden Bewegung und der sich allmählich austauschenden Töne wird durch Töne erweitert, die jeweils von einem dieser Kreisbewegungs-Töne ausgehen und doch über sie und weitere Töne hinaus weiter wachsen. Diese Töne in der Violine, die etwas vom Keimen, Treiben und Warten, vom Knarzen, Flirren, Schillern oder Schwanken zeigen, leben davon, dass die Spieltechniken nicht einen idealen Zustand erreichen wollen, sondern in ständiger Veränderung und Erkundung gespielt werden. Denn die Jahresringe mögen als etwas sehr festes erscheinen, doch sie entstehen durch die unterschiedlichen Einwirkungen der Jahreszeiten auf das Holz und erzählen vom Wachsen, das immer weiter geht, so lange der Baum lebt.
Selbst wenn der Baum stirbt und kein Wachstum mehr stattfindet und sich also keine neuen Jahresringe mehr bilden, ist ein Baum mit den vorhandenen Jahresringen reiches Reservoir für neue Triebe, für Pilze, für Insekten und Vögel.
Ein Baum lebt in die Zukunft hinein.
Insofern ist auch dieses Stück eine Zukunftsmusik.
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(… blütendolden der haselnuss, einige im hintergrund verschwommen …)
überunhörbar I – per:mutativ
überunhörbar II – e:volutiv
fassung für flöte, klarinette & viola (2021)
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»s i m p l y s i m p l e m u s i c !« – neue musik für klein und groß
=> => => => => => => => => => => => =>UA in einer Fassung für Flöte, Klarinette und Akkordeon:
Sonntag, 15. August 2021
Landesmusikakademie Sachsen im Schloß Colditz
Abschlusskonzert des 1. Sommerkurses des
Landesjugendensembles für Neueste Musik
Francy Häring, fl
Henrike Herrmann, klar
Leonard Friese, akk
per:mutativ
was gibt es für wörter, die das lautlose, unhörbare Sterben zeigen, des Waldes z.B., oder jedenfalls das beunruhigende Gefühl, unbemerkt erkrankt zu sein? in der ersten fassung des stücks habe ich ein permutationssystem von tönen erdacht, das einen langsamen immerwährenden kreislauf ermöglicht, immer wechseln einige töne, immer bleiben welche. ein sehr harmonisches modell. das wollte ich jetzt nicht mehr so lassen. in der neufassung gibt es zwar das permutationssystem noch, aber die hängenbleibenden töne unterliegen subtilen klanglichen veränderungen, die der illusion eines ewigen kreislaufs entgegenstehen. per:mutativ: durch mutation, durch veränderung.
e:volutiv
der titel des stückes bezieht sich auf den ursprünglichen sinn des
lateinischen Wortes »evolutio«, das das entrollen einer buchrolle meint,
das aufschlagen eines buches, das lesen und – im mittellateinischen –
daher auch eine zeitspanne.
dem entspricht die idee, dieses stück im wahrsten sinne des wortes zu ‚entrollen‘.
durch die jeweilige les-art der mitspieler:innen und ihr individuelles zeitmaß
entsteht das stück in jeder aufführung neu, wird ‚laut gelesen‘.
das ende mit dem nochmaligen gemeinsamen beginnen wird daher verwundern, aber:
es ist das spiel mit dem versuch eines ‚nochmal von vorne‘ – an dem punkt, wenn das
tonmaterial des anfangs wieder erreicht ist und mit der frage, ob es das ‚nochmal von
vorne‘ überhaupt jemals wirklich gibt.
das bedeutet konkret:
jede:r mitspieler:in spiele die eigene stimme im eigenen maß des
beschleunigens und verlangsamens, haltens oder weitergehens.
dabei sollen und dürfen neben dem komponierten notentext drei dinge einfluß auf
das geschehen haben:
erstens die bedingungen des instruments (wie z.B. atem, bogen, grifftechnik)
und der eigenen kapazität;
zweitens die eigenen vorlieben in musikalischer hinsicht: wie sehr wirbeln lassen?,
wie gemächlich?, wieviel ruhe im ausklingen oder wie rasch weiter?, usw. –
und drittens die eigenen wünsche in musikalischer kommunikation, die wünsche nach
bestimmten zusammenklängen, energieverläufen, nach eigenständiger oder
gemeinsamer aktion, nach warten, zurückbleiben oder aufholen usw.
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überUNhörbar
vier stücke für flöte und cembalo
mit zwei gläsern und einer holzleiste (2010 – 2018)
für Hannes Immelmann
I – lichtkugelkeimling
II – lebenshonig
III – osmose des schlafens
IV – kreisschichten: ein spiel
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