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be'er mayim

regentrude.sonanzen II
trio für stimme & akkordeon & noch zu besetzenden part (2023)

UA im Rahmen des Projekts »languages«

Di, d. 26. September 2023
um 19:30 Uhr
Chemnitz, Morgner-Archiv, Agricolastr. 25

Mi, d. 27. September 2023
um 19 Uhr
Dresden, DenkRaum Sophienkirche, Sophienstr.2

Madeline Cain, Sopran
Susanne Stock, Akkordeon

Im »Brunnen«, denn das heißt in hebräischer Sprache »be’er mayim« (genau genommen: Wasserbrunnen, Brunnen von Wasser) besteht der Berührungspunkt zwischen den assoziativ verbundenen Textebenen, nämlich einerseits wörtlichen Reden der »Regentrude« (T. Storm) und zum anderen Zeilen aus dem Buch Genesis, die das Finden des Brunnens in verschiedenen Situationen, das Schöpfen, Trinken und Laben am Wasser zeichnen.

Es ist ein weiteres Stück zur Thematik der »Regentrude«, einem Märchen von Theodor Storm, das hier mit den hebräischen Textstellen in einen anderen Kontext gestellt wird.
Das Märchen beschreibt die tödliche Dürre und den Weg, den Menschen finden müssen – und ich sehe hier die Regentrude als eine traumartig-symbolische, keine externe, sondern eine innere metaphorische Figur – um die menschengemachten Klimaprobleme lösen zu können. Dass sie mit Geschäft und Geld zu tun haben, stellt Storm schon damals heraus, nichts Neues, aber in der Kombination mit Klimaproblemen wirkt Storms Kunstmärchen plötzlich sehr aktuell.

Ich habe das in einem intuitiven Impuls mit dem dahinter liegenden, eben religiösen Versprechen immerwährenden fruchtbaren und Leben spendenden Wassers verbunden. Doch auch diese Kontinuität ist durch die Erderwärmung bedroht, und die Frage ist, wie wir dem begegnen. Mich bedrängt diese Frage sehr.

Mit wem die Regentrude in Storms Märchen redet, ist klar, es ist Maren, die sie aufsucht, um sie zu wecken und wieder für Regen zu sorgen. Doch wenn wir dieses Märchen als Metapher für innere Vorgänge lesen (siehe auch Drewermann: Tiefenpsychologie und Exegese), ist die Frage, wer und was es hier und heute sein wird. Mir ist beim Schreiben des Stückes klar geworden, dass ich eigentlich eine dritte Stimme ständig mitdenke. So entstand die Idee, sie als noch zu besetzenden Part mit zu benennen.

Es gibt noch eine Menge weiterer Schichten, die in diese Komposition mit hineingewirkt haben.
Davon später mehr.
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Text der Komposition

»Stürzt denn der Quell nicht mehr?«
»Kreist denn mein Vogel nicht mehr über dem See?« …

ותרא באר מים ותלך
und sie sah einen Wasserbrunnen und sie ging hin

»Weh!«
»So ist es hohe Zeit«

ותרד העינה ותמלא כדה ותעל
und stieg hinab zur Quelle und füllte ihren Krug und kam wieder herauf

»vergiß nicht den Krug«
»erst … den Brunnen aufschließen«

»Schreite hindurch!«
„Mut!“
„Schließe die Augen“

וימצאו-שׁם באר מים חיים
und sie fanden dort einen LebensWasserBrunnen

»Nun!«
»Wie gefällt dir das?«
»Wer ich bin?«
„Und wer sollte ich denn anders sein?“

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mehr Infos folgen …